Unsere Gottesdienste über Weihnachten

Beeindruckender Treffpunkt Zukunft mit Flüchtlingstheater in St. Josef

23.05.2016

Alle Nationen und Kulturen an einem Tisch

Ein zersägter Tisch stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Jahr der Barmherzigkeit: Wie gehen wir in Winterthur mit Fremden um?“ im Pfarreizentrum St. Josef in Töss: Der Auftritt des Flüchtlingstheaters „Malaika“, die Voten der zu Podiumsdiskussion eingeladenen Gäste sowie der anschliessende Gottesdienst drehten sich um das Thema Fremdsein.

Jeder Mensch ist irgendwo fremd – das war der rote Faden, der sich durch die Veranstaltung  „Jahr der Barmherzigkeit: Wie gehen wir in Winterthur mit Fremden um?“ im Pfarreizentrum St. Josef in Töss zog. Am Samstagnachmittag, dem 21. Mai, fanden sich gut 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, die zum Auftakt den Auftritt des Flüchtlingstheaters „Malaika“ anschauten: Die aus Flüchtlingen und Einheimischen zusammengesetzte Theatertruppe nahm das Publikum mit auf eine Weltreise der anderen Art, zu den Herkunftsorten vieler Flüchtender. Irritationen, Missverständnisse und Konflikte zwischen Menschen verschiedener Kulturen, aber auch Momente der Verständigung ereigneten sich und sorgten für Gesprächsstoff an der Podiumsdiskussion.

Menschen, nicht Kulturen, begegnen sich
Unter der Leitung der Kommunikationsverantwortlichen der Katholischen Kirche, Claudia Sedioli, diskutierten der Oberwinterthurer Gemeindeleiter Michael Weisshar, die Lehrerin Deborah Kuhn, die im Tössemer Schulhaus Rebsamen eine Klasse mit Kindern aus dem Durchgangsheim Kloster unterrichtet, Barbara Peyer vom Kompetenzzentrum für interkulturelle Konflikte, eine der Leiterinnen des Flüchtlingstheaters, Kathrin Hermann, sowie ein Schauspieler, der afghanische Flüchtling Hussein Mohammadi, und Anwar Sadik Ali, ein ehemaliger pakistanischer Menschenrechtsanwalt, der heute als Sozialarbeiter das Durchgangsheim Hegifeld leitet.
Einig waren sich die Teilnehmenden, dass Konflikte nicht zwischen Kulturen, sondern zwischen Menschen entstehen. Begegnungen zwischen Menschen könnten das Verständnis fördern. „Barmherzigkeit“, wie sie Papst Franziskus propagiert, im Sinne von Offenheit und Zuwendung, ist gemäss den muslimischen und den christlichen Podiumsgästen ein Weg, wie wir mit Fremden umgehen können.
Der zersägte Tisch, beklebt mit Schweizerkreuzen und Flaggen aller Nationen, der im Gottesdienst zusammengefügt und als Altar verwendet wurde, ist Sinnbild dafür.