Pfarrei St. Laurentius Winterthur

Die Arbeiten von Ferdinand Gehr

Ich beginne mit den Glasfenstern in der Krypta. Die Erklärung dazu hat mir Ferdinand Gehr einige Jahre vor seinem Tod noch selber gegeben. Dargestellt ist die Offenbarung von Gottes Herrlichkeit in Schöpfung und Heilsgeschichte. An zentraler Stelle über dem Altar ist die Offenbarung Gottes in Jesus Christus gezeigt. Wir sehen das Christuskind, dem die drei Könige huldigen. Auf der linken Seite ist unschwer Mose vor dem brennenden Dornbusch zu erkennen, während auf der rechten Seite einerseits ein Pfingstbild mit den Aposteln und Maria und anderseits ein Bild von der Sintflut mit der Arche Noah und dem Regenbogen zu finden ist. Es sind dies alles wichtige Ereignisse aus der Geschichte Gottes mit den Menschen.

Elemente aus der Schöpfung

Diese Geschichte hat Ferdinand Gehr eingebettet in Elemente aus der Schöpfung, in der sich Gott ja ebenfalls zeigt. Unschwer sind kristalline Formen, Pflanzliches und Tierformen (etwa Vögel) zu erkennen. Ganz rechts, vom Betrachter aus gesehen, ist ein Fenster, welches die Herrlichkeit des ewigen Lebens darstellen will.

Bildhafte Darstellung der Taufe

In der Hauptkirche wurden die grossen Fenster rein dekorativ gestaltet, so dass sie ein mildes und doch nicht zu dunkles Licht in die Kirche einströmen lassen. Besonders schön ist dann aber noch das Fenster über dem Taufstein. Sein Thema: „Gott schenkt Leben.“ Den unteren Bildrand nimmt das Erdreich ein, dem eine Pflanze wie eine Knospe entspriesst. Darüber ist links die Gotteswolke dargestellt, aus der die segnende Hand Gottes hervorkommt. Zweifellos wollte der Künstler mit diesem Fenster unterstreichen, dass uns in der Taufe neues und ewiges Leben geschenkt wird.

Reiche Ausgestaltung

Über den Seiteneingängen und den Beichtstühlen sowie an der Brüstung der Empore und über der Sakristeitür sind schwarzweisse Keramiktafeln angebracht, die ebenfalls von Ferdinand Gehr stammen. Sie zeigen Johannes den Täufer, der auf das Lamm Gottes mit dem Kreuz hinweist, dann das Reis, das aus der Wurzel Jesse spriesst, auf der Strassenseite das Gleichnis vom verlorenen Sohn, der aus dem Dunkel wieder in das helle Haus des Vaters kommt, und Jesus mit dem Gleichnis von den Vögeln des Himmels und den Lilien des Feldes. Über der Sakristeitür ist Laurentius als Diakon und Verkünder des Evangeliums dargestellt. Die Brüstung der Empore schmücken Posaunenengel und das Zeichen des Menschensohnes, der auf den Wolken des Himmels zur Vollendung der Erlösung kommen wird.

"Theologisches Bildungsprogramm"

Wenn wir all diese Darstellungen in der Krypta und in der Hauptkirche zusammennehmen, haben wir eine umfassende Darstellung der biblischen Botschaft vor uns, angefangen mit der Schöpfung und schliessend mit der Wiederkunft des Herrn. Ferdinand Gehr und die mit ihm Verantwortlichen haben uns ein grossartiges theologisches Bildprogramm hinterlassen, für das wir ihnen bis heute dankbar sein dürfen.

Albert Mantel ehem. Pfarrer von St. Laurentius

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